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Elementare Musikpädagogik (EMP) ist nicht Musikerziehung allein, sondern sie ist auf die Gesamtentwicklung des Menschen insbesondere des Kindes ausgerichtet. Sie versucht ihn in seiner Entwicklung von Vorstellungskraft, Ausdrucksstärke, seiner Fantasie - und Erlebniskraft zu unterstützen. Ferner fördert sie sein soziales Verhalten und Erleben.
"Als eine nicht zu verkennende Erlebnis- und Bildungsquelle ist sie ein wichtiger Bestandteil der Menschenbildung. Die  Kindheit ist die Zeit des Lernens und des Erkundens der Welt, jetzt können wesentliche Grundvorraussetzungen geschaffen werden, die ein sinnvolles, ganzheitliches Entfalten des Kindes ermöglichen." (Carl Orff 1979)

Kurzinfo über die Entstehung der EMP
1924 gründeten Carl Orff und Dorothee Günther die Güntherschule, eine Schule für Gynmnastik Musik und Tanz. Ihre Arbeit kennzeichnete ein enges Zusammenwirken von Musik und Bewegung. Nach Orffs Worten bildete sie sich aus einem Wildwuchs von Ideen. Sie entwickelte sich aus einer Notwendigkeit ihrer Zeit heraus, die sich durch Reformen in Schule, Pädagogik, Musik, Musikerziehung, Kunst usw. zeigte. Unter diesem improvisatorischen und experimentellen Geist der Schule entstand ein neuer und kreativer Umgang mit Tanz und Musik, der sich immer am Momenthaften und Künstlerischen orientierte.
1950-54 verfaßte Orff das legendäre Schulwerk Musik für Kinder, was bis heute ein fester Bestandteil der Musikerziehung in allgemeinbildenden Schulen und Musikschulen ist.
Im Anschluß entstand das Orffinstitut am Salzburger Mozarteum. Von dort aus verbreitete sich das Orffschulwerk weltweit. (vgl. Orff 1979, S. 28-34)
In den 70zigern entwicklte sich der Diplomstudiengang Elementare Musikpädagogik. Je nach Ausbildung der Dozenten ( Rhythmiker, Pädagogen des Orffinstituts, Musiklehrer...) bekam das Studium seine spezielle Note. Als neue Errungenschaft ist besonders die musikalische Früherziehung zu nennen. Hier in der EMP sind ihre Wurzeln. Die EMP brachte die Musikerziehung auf ihr jetziges, ganzheitliches und  dem Kind gerechten Niveau.

Quelle:
Orff, Carl: Das Schulwerk. Rückblick und Ausblick. In: Holzheuer, Rosemarie: Musik - und Bewegungserziehung in Kindergarten und Grundschulen. Regensburg: Klinkhardt 1979.

EMP und Kunst
Ein Kunstwerk (...) vergleiche ich mit einem architektonisch vollkommenen Bauwerk, welches erhalten, jedoch an einem anderen Ort noch einmal neu aufgebaut werden soll. Dazu wird Stein für Stein abgetragen, Mauerwerk behutsam abgeklopft, die Grundsubstanz genau untersucht, alles brauchbare Material geordnet und gelagert. Unbrauchbares legt man beiseite, Neues kommt hinzu und zuletzt fügt man alles wieder zusammen. Das neu erstandene Bauwerk enthält Schichten des vorherigen und erscheint dennoch in  veränderter Gestalt. So vollziehen sich hier De-Kompositionen und Kompositionen in enger Verbindung (Priesner 2004, S. 15).
Diese bildliche Darstellung soll verdeutlichen, dass die EMP Uns die Kunst/Musik nicht nur nahe bringen will, sondern dass wir den Schaffensprozess von bereits bestehenden Kunstwerken (Kompositionen, Bildern, Literatur...) aktiv mit allen Sinnen nachvollziehen und erleben sollen, um im Anschluss in eigener künstlerisch-produktiver Weise neue Werke entstehen lassen zu können. Es gilt also nicht nur zu lernen von Vorhandenem, sondern  es  als Inspirationsquellen zu nutzen, um selber Künstler zu sein.

Quelle
Priesner, Vroni: Entree. Leitgedanken. In: Priesner, Doris/Hamann, Vroni: Laut geste Klang. Räume öffnen in elementaren und musikalischen Gestaltungsprozessen. Hersbruck: Klimperbein 2004.

                                       Leitgedanken der EMP
                             Freude am gemeinsamen Musizieren
                                          Aufeinander Hören
                          Verbindung von Musik, Wort und Bewegung
                                     Sensibilisierung aller Sinne
                                         Ästhetisches Lernen
                            Die Persönlichkeit entwickeln und fördern
                                Musikalität findet Ausdruck im Körper
                Der Körper und die Stimme sind unsere wichtigsten Instrumente